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Backlink-Audit: das eigene Linkprofil systematisch analysieren

Patrick Tomforde Patrick Tomforde ·

So prüfen Sie Ihr Linkprofil Schritt für Schritt: verweisende Domains, Anchor-Texte, dofollow/nofollow-Mix und verlorene Links – mit kostenlosen Datenquellen.


Ein Backlink-Audit ist die systematische Analyse aller Links, die auf Ihre Website verweisen. Beim Audit prüfen Sie Menge, Qualität, Themenrelevanz und Verteilung Ihres Linkprofils, decken schädliche oder verlorene Links auf und leiten daraus konkrete Maßnahmen für Ihren Linkaufbau ab. So erkennen Sie, ob Ihr Profil natürlich gewachsen ist.

Backlinks sind nach wie vor einer der wichtigsten Rankingfaktoren – aber nur, solange sie natürlich und relevant sind. Ein Backlink-Audit gibt Ihnen Klarheit über den Ist-Zustand: Wie viele verweisende Domains haben Sie, woher kommen sie, wie streuen die Anchor-Texte und gibt es Muster, die Google als Manipulation werten könnte?

Drei Anlässe sind typisch. Erstens als Bestandsaufnahme vor einer neuen Linkbuilding-Kampagne, damit Sie nicht ins Blaue investieren. Zweitens zur Risikoprüfung – Google definiert Link-Spam als „die Praxis, Links zu oder von einer Website zu erstellen, hauptsächlich zum Zweck der Manipulation von Suchrankings" (Google Search Central, Spam-Richtlinien, Stand 2026). Drittens als Wettbewerbsanalyse, um zu verstehen, welche Quellen für Ihre Konkurrenz funktionieren. Wir bei performanceLiebe stellen jedem strategischen Linkaufbau ein solches Audit voran – nach 15+ Jahren im Linkbuilding wissen wir, dass eine ehrliche Bestandsaufnahme mehr wert ist als jede Bauchentscheidung.

Ein Audit lebt von den richtigen Metriken – nicht von einer einzigen Zahl. Wichtiger als die schiere Linkmenge ist die Anzahl der verweisenden Domains: Verlinkt eine Website 50-mal auf Sie, zählt das als eine Domain mit 50 Links. Genau so gruppiert auch die Google Search Console ihre Daten: nach Root-Domain, wobei Protokoll, Subdomain und Unterverzeichnisse zusammengefasst werden (Google Search Console-Hilfe, Links-Bericht, Stand 2026). Ein breites Profil aus vielen unterschiedlichen, themenrelevanten Domains ist in aller Regel stärker als wenige Domains mit sehr vielen Links.

  • Verweisende Domains vs. Links: die Zahl der einzigartigen Domains ist aussagekräftiger als die Gesamtzahl der Links.
  • Domain- und Linkqualität: Stammt der Link von einer etablierten, redaktionell geführten Seite oder aus einem Linknetzwerk?
  • Themenrelevanz: passt die verlinkende Seite thematisch zu Ihrem Angebot? Relevanz schlägt reine Autorität.
  • Anchor-Text-Verteilung: ein gesunder Mix aus Marken-, URL-, generischen und nur wenigen exakten Keyword-Ankern.
  • dofollow/nofollow-Mix: ein natürliches Profil enthält beides – ein Profil aus ausschließlich dofollow-Links wirkt künstlich.
  • Linkwachstum (Velocity): die Geschwindigkeit, mit der neue Links entstehen – stetig statt sprunghaft.
  • Verlorene Links: kürzlich entfernte oder defekte Backlinks, die Sie ggf. zurückgewinnen können.

Beim Anchor-Text gilt besondere Vorsicht: Exakt passende kommerzielle Anker als dominantes Muster gehören zu den verlässlichsten Manipulationssignalen, die Googles Spam-Erkennung auswertet. Ein gesundes Profil zeigt überwiegend Marken- und URL-Anker, dazu generische Formulierungen wie „hier" oder „mehr erfahren" – und nur sparsam harte Money-Keywords. Wie Sie Anker im KI-Zeitalter sinnvoll planen, lesen Sie in unserem Beitrag zur Anchor-Text-Optimierung im KI-Zeitalter.

Visualisierung eines Linkprofils mit verbundenen Domains und einer Lupe zur Backlink-Analyse

Ein strukturiertes Vorgehen verhindert, dass Sie sich in Einzeldaten verlieren. Bewährt hat sich diese Reihenfolge: erst Daten zusammentragen, dann normalisieren, anschließend bewerten und zuletzt ableiten.

  1. Daten sammeln: alle verfügbaren Quellen zusammenführen – beginnend mit der Google Search Console, ergänzt um weitere Datenbanken.
  2. Bereinigen und entdoppeln: Links nach Root-Domain gruppieren, damit Sie verweisende Domains und nicht Einzel-URLs zählen.
  3. Qualität und Relevanz bewerten: jede Domain stichprobenartig prüfen – Thema, redaktioneller Charakter, Indexierungsstatus.
  4. Anchor-Texte clustern: Anker in Marke, URL, generisch und Keyword einteilen und die Verteilung sichtbar machen.
  5. Auffälligkeiten markieren: sprunghaftes Wachstum, exakt-Keyword-Häufungen, irrelevante oder verdächtige Quellen notieren.
  6. Gegen den Wettbewerb spiegeln: die eigene Verteilung mit der relevanter Mitbewerber vergleichen, statt mit Pauschalwerten.
  7. Maßnahmen ableiten: Lücken für künftigen Linkaufbau, Rückgewinnung verlorener Links, Umgang mit Risikolinks festlegen.

Ein gutes Backlink-Audit erfindet keine Schwellenwerte. Wir vergleichen Ihr Profil mit den Branchenführern, die tatsächlich ranken – nicht mit einer ausgedachten Idealzahl. Die Konkurrenz ist der ehrlichste Benchmark, den es gibt.

Woran erkennt man ein gesundes gegenüber einem unnatürlichen Profil?

Ein gesundes Linkprofil sieht aus, als sei es organisch entstanden – weil es das in der Regel auch ist. Es zeigt vielfältige verweisende Domains aus dem eigenen Themenumfeld, einen Mix aus dofollow und nofollow, breit gestreute Anchor-Texte mit Marken- und URL-Dominanz sowie ein stetiges, kontinuierliches Wachstum.

Ein unnatürliches Profil fällt durch gegenteilige Muster auf: ausschließlich dofollow-Links, eine Häufung exakt passender kommerzieller Anker, themenfremde Quellen und sprunghafte Wachstumsspitzen. Wichtig ist die ehrliche Einordnung – nicht jede Spitze ist verdächtig. Entscheidend sind Qualität und Herkunft der Links, nicht die Spitze an sich; ein plötzlicher Schwall von Links aus themenfremden, einschlägigen Branchen deutet eher auf einen Negative-SEO-Angriff hin als auf echtes redaktionelles Interesse. Erfinden Sie deshalb keine starren Grenzwerte: Ob „zu viele" Keyword-Anker vorliegen, lässt sich nur im Vergleich mit erfolgreichen Wettbewerbern seriös beurteilen.

Welche – auch kostenlosen – Datenquellen gibt es?

Die wichtigste kostenlose Quelle ist die Google Search Console mit ihrem Links-Bericht. Dort finden Sie die häufigsten verlinkenden Websites („Top-verweisende Websites"), die meistverlinkten Seiten Ihrer Domain sowie die häufigsten Linktexte. Wichtig ist die offizielle Einschränkung: „Dieser Bericht ist keine vollständige Liste aller Links zu Ihrer Website. Es wird eine Stichprobe interner und externer Links angezeigt" (Google Search Console-Hilfe, Stand 2026). Tabellen sind auf 1.000 Zeilen begrenzt; ein Export liefert je nach Auswahl bis zu 100.000 Zeilen. Für eine erste, kostenfreie Standortbestimmung reicht das in der Praxis oft aus.

Daneben gibt es kommerzielle Backlink-Datenbanken wie Ahrefs, Semrush oder Moz, die eigene Crawler einsetzen und größere Linkmengen, historische Verläufe und Qualitätsmetriken liefern. Sie sind nützlich, aber keine Pflicht – und keine Quelle bildet das Web vollständig ab. Kombinieren Sie deshalb mehrere Quellen und behandeln Sie alle Tool-Metriken als Orientierung, nicht als Gesetz.

Was leiten Sie aus den Ergebnissen ab?

Das Audit ist Mittel zum Zweck – die eigentliche Arbeit beginnt mit den Schlussfolgerungen. Drei Stoßrichtungen ergeben sich fast immer: Lücken im Profil schließen (welche Domain-Typen oder Themencluster fehlen Ihnen im Vergleich zum Wettbewerb?), verlorene Links zurückgewinnen (Kontaktaufnahme bei wertvollen, entfernten Backlinks) und den Anchor-Mix gezielt ausbalancieren.

Mit Risikolinks gehen Sie zurückhaltend um. Das Disavow-Tool von Google ist laut John Mueller im Wesentlichen nur dann sinnvoll, wenn Sie eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links haben oder eine solche aufgrund Ihrer eigenen Linkaufbau-Historie erwarten (Google / Search Engine Journal, Stand 2024). Für die meisten Websites ohne Manual Action ist der reflexhafte Disavow überflüssig und kann mehr schaden als nutzen. Wer auf nachhaltigen Linkaufbau setzt, investiert die Energie besser in neue, hochwertige Links statt in das Aussortieren harmloser.

Wir analysieren Ihre Backlinks, vergleichen sie mit Ihrem Wettbewerb und entwickeln daraus eine Linkbuilding-Strategie, die nachhaltig rankt. Sprechen Sie mit unseren Experten für nachhaltiges <a href="/linkbuilding/">Linkbuilding</a>.

Kostenloses Erstgespräch anfragen

Eine feste Frequenz schreibt niemand vor. In der Praxis bewährt sich ein gründliches Audit ein- bis zweimal pro Jahr sowie immer dann, wenn Sie eine neue Kampagne starten, einen Rankingverlust bemerken oder einen Negative-SEO-Verdacht prüfen wollen. Wer aktiv und schnell Links aufbaut, schaut häufiger hin.

Für eine erste Bestandsaufnahme ja. Die Search Console ist kostenlos und zeigt verweisende Websites, meistverlinkte Seiten und Linktexte. Sie liefert allerdings nur eine Stichprobe und keine Qualitätsmetriken. Für tiefere Wettbewerbsvergleiche und historische Verläufe ergänzen kommerzielle Tools – Pflicht sind sie nicht.

Die Zahl der einzigartigen verweisenden Domains ist in der Regel aussagekräftiger. Viele Links von einer einzigen Domain zählen weniger als einzelne Links von vielen verschiedenen, themenrelevanten Seiten. Achten Sie zusätzlich auf Qualität und Relevanz – nicht nur auf die nackte Domainzahl.

Nein. Ein natürliches Profil enthält einen Mix aus dofollow, nofollow, sponsored und ugc. Google behandelt diese Attribute seit 2019 als Hinweise und nicht als strikte Anweisungen. Ein Profil aus ausschließlich dofollow-Links wirkt im Gegenteil künstlich – Vielfalt ist hier ein Gesundheitssignal.

In den meisten Fällen nicht. Laut John Mueller ist das Disavow-Tool vor allem bei einer manuellen Maßnahme wegen unnatürlicher Links relevant. Ohne Manual Action und ohne aktive Manipulationshistorie brauchen die allermeisten Websites es nicht – ein vorschneller Disavow kann mehr schaden als helfen.

Gibt es feste Schwellenwerte für ein gesundes Anchor-Text-Verhältnis?

Seriös lässt sich keine allgemeingültige Prozentzahl nennen. Was als gesund gilt, hängt von Branche, Wettbewerb und Markenstärke ab. Statt erfundener Pauschalwerte vergleichen Sie Ihre Verteilung mit erfolgreich rankenden Mitbewerbern – das ist der belastbarste Maßstab.

Fazit

Ein Backlink-Audit verwandelt ein diffuses Bauchgefühl in belastbare Entscheidungen. Sie messen verweisende Domains statt bloßer Linkzahlen, bewerten Qualität und Themenrelevanz, prüfen die Anchor-Text-Verteilung und den dofollow/nofollow-Mix, beobachten das Linkwachstum und sichern verlorene Links. Der wichtigste Grundsatz: keine willkürlichen Schwellen erfinden, sondern am Wettbewerb benchmarken. Mit der kostenlosen Google Search Console kommen Sie weit, kommerzielle Tools ergänzen – sind aber kein Muss. Wenn Sie aus dem Audit eine nachhaltige Strategie machen möchten, unterstützt Sie performanceLiebe mit über 15 Jahren Linkbuilding-Erfahrung dabei, Ihr Profil gezielt und sauber zu stärken.

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